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Knochenmarkspunktion
Allgemeine Bemerkung:
Das Knochenmark ist die Produktionsstätte der Blutkörperchen. Davon gibt es drei
Sorten:
- Rote Blutkörperchen (Erythrozyten).
- Weiße Blutkörperchen (Leukozyten).
- Blutplättchen (Thrombozyten).
Der normalen Produktion steht eine erhöhte Produktion gegenüber, je nach Zustand/
Verbrauch/Situation im Körper:
- Vermehrte Produktion von roten Blutkörperchen bei Blutverlust (z.B. Verletzung, Blutung aus dem Magen-Darm-Trakt, vermehrte gynäkol. Blutung,...).
- Blutzellzerfall (z.B. Zerfall der roten Blutkörperchen (Hämolyse, Zerfall der Blutplättchen (z.B. im Rahmen eines M.Werlhof),...).
- Vermehrter Bedarf von weißen Blutkörperchen im Rahmen eines bakteriellen Infektes respektive einer schwerwiegenden bakteriellen Infektionskrankheit (betrifft hauptsächlich weiße Blutkörperchen).
- Im Rahmen einer massiven Entzündung können die Zahl der Blutplättchen im Blut
deutlich ansteigen.
- ...
Es gibt aber auch Knochenmarkserkrankungen, die mit einer verminderten Produktion von einer oder mehrerer Reihen der Blutkörperchen (z.B. aplastische Erkrankungen, myelodysplastische Erkrankungen, ...) einhergehen, andere wiederum sind durch eine gesteigerte Produktion von Knochenmarkszellen (myeloproliferative Erkrankung, Leukämien, ...) charakterisiert.
Indikation (Anlaß für eine Knochenmarkspunktion)
Die Knochenmarkspunktion dient der Abklärung der meisten Veränderungen im
Bereich der Blutkörperchen (Ausnahme z.B. eindeutige Blutarmut durch Blutverlust (Blutungsanämie), ...), unabhängig ob diese Veränderungen durch eine Störung in der Peripherie (Blutbahn) zustande kommt oder Ausdruck einer eigentlichen Knochenmarkserkrankung ist.
Vorgehen bei der Punktion:
- Zunächst Bestimmung der Blutgerinnungsparameter (Thrombozyten, Quick, PTT).
- Festlegung der Punktionsstelle im Bereich des Beckenkammes im Rücken (Spina
iliaca posterior superior).
- Danach lokale Betäubung (Anästhesie).
- Desinfektion der Haut.
- Punktion des Beckenkammes zur Entnahme eines Knochenspanes (Jamshidipunktions-
Nadel). Damit kann man das Knochen- respektive das Knochenmarkgewebe histologisch (feingeweblich) untersuchen.
- Punktion des Knochenmarkes u. Entnahme von Knochenmark mit einer entsprechenden Punktionsnadel. Damit kann man das Knochenmark bezüglich der einzelnen Zellreihen untersuchen (Zytologie).
Risiken/Komplikation der Untersuchung:
Schwerwiegende Komplikationen sind eigentlich nicht zu befürchten, wenn man die
Punktionsstelle im Bereich des Beckenkammes richtig wählt.
- Prinzipiell besteht das Risiko einer Infektion der Punktionsstelle. Dieses Risiko kann man aber weitgehend reduzieren durch steriles Arbeiten!
- Bei intakten Blutgerinnungsparameter ist mit einer Nachblutung nicht zu rechnen.
- Die Punktion selber ist eine kleine Belästigung, ohne schwerwiegende Schmerzen,
eine Verletzung lebenswichtiger Organe kann nicht geschehen, da keine in der unmittelbaren Umgebung der Punktionsstelle vorhanden sind.
- Kleinere Verletzung der Knochenhaut, des umgebenden Gewebes oder der Muskulatur
sind nicht definitiv auszuschließen.
Bemerkung:
Die Knochenmarkspunktion ist als ambulante Untersuchung anerkannt.
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